Kurzfassung:

Die Belichtungszeit wird normalerweise in Bruchteilen von Sekunden angegeben. Durch das Einstellen der Belichtungszeit im Verhältnis zur Blende wird die Belichtung des Sensors/Films gesteuert.

Ausführlich:

Sie können die Belichtung über zwei Einstellungen regeln, die Belichtungszeit und die Blendenöffnung. Die Zeit wird, wenn Ihre Kamera nicht (voll)automatisch arbeitet, an einem Rad oder über Bedientasten vorgewählt. In den meisten Fällen werden Bruchteile von Sekunden angezeigt: 1/60, 1/125, 1/250, 1/500 etc.
Welche Zeiten Sie einstellen können, hängt von Ihrer Kamera ab. Bei den moderneren lassen sich oft Zeiten von 30 Sekunden bis hin zu 1/8000 Sekunde einstellen. Ältere Kameras haben hier meist Einschränkungen, die allerdings im fotografischen Alltag kaum Bedeutung haben.
Die Reihe der Belichtungszeiten ist so aufgebaut, dass von einer zur nächsten die Zeit, in der das Licht auf den Film/Sensor einwirkt, verdoppelt bzw. halbiert wird.

DieBelichtungszeitenreihe

1/2  1/4 1/8 1/15 1/30 1/60 1/125 1/250 1/500 1/1000 1/2000
in Bruchteilen einer Sekunde.
Sie lässt sich in beide Richtungen beliebig ergänzen.

Je nach Kamera lassen sich auch halbe oder Drittel-Werte einstellen.
Und im Automatikmodus verwenden viele Kameras beliebige Zwischenwerte wie 1/278 Sekunde.
Es ist leider bei einigen (digitalen) Kameras so, dass auch nur diese krummen Werte angezeigt werden. Das macht die Sache zwar exakt, aber leider auch (auch für erfahrene Fotografen) recht unübersichtlich.

Für manche Menschen ist es schwer, zu verstehen, dass eine 1/1000 Sekunde kürzer ist als eine 1/60. Glauben Sie mir, es ist so.
Bei der Auswahl der Belichtungszeit im Rahmen der Anzeige Ihres Belichtungsmessers müssen Sie verschiedene Punkte beachten. Wenn Sie die Belichtungszeit zu lang wählen, besteht die Gefahr, dass Sie das Bild verwackeln, wenn Sie ohne Stativ fotografieren. Dies hängt von verschiedenen, zum Teil persönlichen, Bedingungen ab.
Eine Faustregel besagt, dass (bei Kleinbildkameras) die Belichtungszeit (in Sekunden) nicht länger sein sollte als der Kehrwert der Brennweite (in Millimeter). Wenn Sie eine Brennweite von 50 mm benutzen, sollte die Belichtungszeit folglich nicht länger als 1/50 Sekunde sein. Diese Zeit haben Sie aber zur Einstellung nicht zur Verfügung, deshalb müssen Sie die nächstkürzere Zeit wählen. Das wäre in diesem Beispiel die 1/60. Wenn sie hingegen ein Objektiv mit einer Brennweite von 200 mm benutzen, sollten Sie die längste vertretbare Zeit 1/200 (ebenfalls nicht verfügbar, deshalb bitte 1/250 einstellen) nicht überschreiten.
Diese Regeln gelten aber nicht für jeden gleich stark. Manche können gut auch lange Zeiten ‚halten‘, andere dagegen haben auch mit kurzen Zeiten Probleme. Wenn Sie oft Bilder haben, die alle ‚ein bisschen‘ unscharf sind, sollten Sie u.a. überlegen, ob Sie nicht mit einer für Sie zu langen Zeit fotografieren.